Kann ein EKG deinem Körper schaden? Das solltest du wissen

EKG Untersuchung und elektrische Aktivität des Herzens einfach erklärt

Beim Anblick von Elektroden, Kabeln und einer EKG-Kurve entsteht schnell der Eindruck, dass während eines EKGs elektrische Signale in den Körper geleitet werden.

Doch genau das passiert bei einem normalen Elektrokardiogramm nicht.

Ein EKG zeichnet die elektrische Aktivität auf, die dein Herz selbst erzeugt. Die Elektroden auf der Haut dienen dabei als Sensoren.

Das bedeutet: Ein normales Ruhe-EKG ist grundsätzlich eine nicht-invasive Untersuchung und verursacht normalerweise keine Schädigung des Körpers.

Was passiert bei einem EKG wirklich?

Funktionsweise eines EKG mit Herz Elektroden und EKG Kurve

EKG steht für Elektrokardiogramm.

Bei jedem Herzschlag entstehen winzige elektrische Signale. Diese breiten sich im Herzmuskel aus und sorgen dafür, dass sich das Herz koordiniert zusammenzieht.


Elektroden auf der Haut können diese Spannungsunterschiede erfassen.

Aus den gemessenen Signalen entsteht die typische EKG-Kurve.

Vereinfacht funktioniert es also so:

Herz erzeugt elektrische Aktivität → Elektroden erfassen sie → Gerät stellt sie als Kurve dar


Das EKG beobachtet die elektrische Aktivität – es erzeugt sie nicht.

So funktioniert ein EKG – einfach erklärt

Das Video zeigt, wie elektrische Herzsignale erfasst werden und worin sich Ein-Kanal- und 12-Kanal-EKG unterscheiden.

Fließt beim EKG Strom durch den Körper?

Mögliche leichte Hautreizung durch EKG Elektroden

Bei einem klassischen diagnostischen Ruhe-EKG wird kein therapeutischer Strom in den Körper geschickt.

Die Elektroden dienen hauptsächlich dazu, bereits vorhandene elektrische Signale aufzunehmen.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu Verfahren, bei denen gezielt elektrische Impulse eingesetzt werden.

Ein EKG ist deshalb nicht mit einem Defibrillator oder einer elektrischen Stimulation vergleichbar.

Kann ein EKG Nebenwirkungen haben?

Unterschied zwischen EKG Messung und Defibrillation einfach erklärt

Das eigentliche EKG verursacht normalerweise keine relevanten Nebenwirkungen.

In einzelnen Fällen kann es jedoch zu kleinen Begleiterscheinungen kommen.

Hautreizungen durch Elektroden

Die Klebeflächen der Elektroden können bei empfindlicher Haut leichte:

  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Hautreizungen

verursachen.

Diese Reaktionen hängen eher mit dem Klebematerial oder der Hautvorbereitung zusammen als mit der EKG-Messung selbst.

Entfernen der Elektroden

Bei stärkerer Körperbehaarung kann das Entfernen von Klebeelektroden kurz unangenehm sein.

Auch das stellt normalerweise keine gesundheitliche Gefahr dar.

EKG Elektroden messen Herzsignale ohne Strom in den Körper zu senden

Ist ein Belastungs-EKG gefährlicher?

Bei einem Belastungs-EKG wird das EKG während körperlicher Aktivität aufgezeichnet, beispielsweise auf einem Fahrradergometer.

Hier entstehen mögliche Risiken nicht durch die EKG-Elektroden selbst, sondern durch die körperliche Belastung.

Herzfrequenz und Kreislauf werden dabei stärker beansprucht.

Deshalb wird ein medizinisches Belastungs-EKG normalerweise unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt und überwacht.

Kann man ein EKG beliebig oft durchführen?

Da ein normales Ruhe-EKG keine ionisierende Strahlung verwendet und keine schädliche elektrische Energie in den Körper abgibt, kann es bei medizinischer Notwendigkeit wiederholt durchgeführt werden.

Anders als beispielsweise bei einer Röntgenuntersuchung entsteht dabei keine Strahlenbelastung.

Was kann ein EKG überhaupt zeigen?

Ein EKG kann unter anderem Informationen liefern über:

  • Herzfrequenz
  • Regelmäßigkeit des Herzrhythmus
  • zeitliche Abstände zwischen Herzschlägen
  • elektrische Erregungsabläufe des Herzens

Eine auffällige EKG-Kurve bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt.

Umgekehrt kann auch ein unauffälliges einzelnes EKG nicht jede mögliche Herzerkrankung ausschließen.

Die medizinische Interpretation gehört deshalb in professionelle Hände.

Warum haben manche Menschen trotzdem Angst vor einem EKG?

Der Begriff „elektrische Aktivität“ klingt zunächst technisch und möglicherweise beunruhigend.

Hinzu kommen:

  • Elektroden auf der Haut
  • zahlreiche Kabel
  • typische Herzkurven
  • medizinische Umgebung

Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, das Gerät würde Elektrizität in den Körper übertragen.

Tatsächlich funktioniert ein diagnostisches EKG eher wie ein sehr empfindliches Messgerät, das vorhandene Signale beobachtet.

EKG und Elektroschock sind nicht dasselbe


Diese beiden Dinge sollte man klar unterscheiden.

EKG:
misst elektrische Herzsignale.

Defibrillation:
gibt gezielt elektrische Energie an den Körper ab.

Das sind vollkommen unterschiedliche Verfahren mit unterschiedlichen Aufgaben.

Wann sollte man medizinische Hilfe suchen?

Funktionsweise eines EKG mit Herz Elektroden und EKG Kurve

Ein EKG selbst ist normalerweise kein Grund zur Sorge.

Wenn jedoch Beschwerden auftreten wie:

  • starke oder neu auftretende Brustschmerzen
  • deutliche Atemnot
  • Ohnmacht
  • anhaltendes starkes Herzrasen
  • plötzlich ausgeprägtes Herzstolpern mit Beschwerden

sollte medizinische Hilfe gesucht werden.

Solche Symptome sollten nicht allein anhand selbst betrachteter EKG-Daten beurteilt werden.

Fazit: Ist ein EKG schädlich?

Ein normales diagnostisches EKG gilt grundsätzlich als sichere und nicht-invasive Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität.

Die Elektroden messen Signale, die dein Herz ohnehin erzeugt. Sie schicken bei einem klassischen Ruhe-EKG keinen schädlichen Strom durch den Körper.

Mögliche Begleiterscheinungen beschränken sich normalerweise auf leichte Hautreizungen durch Klebeelektroden.

Die wichtigere Frage ist deshalb meistens nicht:

„Schadet mir das EKG?“

sondern:

„Was bedeuten die gemessenen Signale?“

Und genau diese Frage sollte bei gesundheitlichen Auffälligkeiten professionell beurteilt werden.

Häufige Fragen

Spürt man bei einem EKG Strom?

Normalerweise nein. Ein diagnostisches EKG erfasst die elektrische Aktivität des Herzens, statt elektrische Impulse in den Körper zu senden.

Tut ein EKG weh?

Ein Ruhe-EKG ist normalerweise schmerzfrei. Lediglich das Anbringen oder Entfernen der Elektroden kann gelegentlich etwas unangenehm sein.

Hat ein EKG Strahlung?

Nein. Ein EKG arbeitet nicht mit Röntgenstrahlung.

Kann ein EKG die Haut reizen?

Bei empfindlicher Haut können Klebeelektroden vorübergehend Rötungen oder Juckreiz verursachen.

Kann man durch ein EKG einen Stromschlag bekommen?

Bei einer normalen diagnostischen EKG-Aufzeichnung wird kein Elektroschock erzeugt. Ein EKG ist nicht mit einer Defibrillation zu verwechseln.

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